Beiträge zum säkularen Buddhismus

Was ist säkularer Buddhismus?

Stephen Batchelor

 

Säkularer Buddhismus kurz erklärt: Mit seinen 10 Thesen versucht Stephen Batchelor in einfachen Worten darzustellen, was es für das eigene Leben heisst, den säkularen Weg des Dharma zu beschreiten.

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Säkularer Buddhismus

Stephen Batchelor

 

Der Begriff säkularer Buddhismus wurde vor allem durch den ehemaligen buddhistischen Mönch und Autor Stephen Batchelor in den letzten Jahrzehnten entwickelt und geprägt. Die bisher umfassendste Herleitung und Darstellung der Idee erfolgte 2015 in seinem Buch „After Buddhism“ (in Deutsch „Jenseits des Buddhismus“).

Dieser grundlegende und umfassende Beitrag lotet die Möglichkeit einer vollständig säkularen Neudefinition von Buddhismus aus. Er argumentiert, dass eine solche säkulare Re-Formation über das Modifizieren einer traditionellen buddhistischen Schule, Praxis oder Ideologie hinausgehen würde, die nur auf ihre Vereinbarkeit mit der Moderne abzielt, sondern ein grundlegendes Überdenken der Kernideen beinhalten würde, auf denen die Konzeption des «Buddhismus» beruht. Beginnend mit einer kritischen Interpretation der vier edlen Wahrheiten, wie sie in Buddhas erster Lehrrede dargelegt werden, schlägt der Autor vor, Erwachen nicht im Sinne von «Wahrheiten» zu begreifen, die zu verstehen sind, sondern als «Aufgaben», die zu vollenden sind. Solch eine pragmatische Herangehensweise macht es möglich, über die Grenzen einer auf Glauben beruhenden Metaphysik der klassischen indischen Erlösungslehre (Wiedergeburt, Karma, ultimative Wirklichkeit etc.) hinauszugehen, und zu einer praxisbezogenen, post-metaphysischen Vision des Dharmas  zu gelangen.

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Die säkularen Wurzeln des säkularen Buddhismus

Winton Higgins

Bei der Bestrebung, den Dharma in den eigenen kulturellen Begriffen und für die eigene Zeit neu zu formulieren, tut säkularer Buddhismus nicht mehr und nicht weniger als das, was frühere aufnehmende Gesellschaften taten, als der Dharma sich von seinem alten Geburtsort in Indien auf andere asiatische Gesellschaften ausbreitete. Zum Beispiel: als die Chinesen ihn allmählich für China adaptierten, was vor zwei Jahrtausenden begann, machten sie die Praxis nicht nur für sich selbst zugänglich, sondern brachten auch verborgene Tiefen im ursprünglichen Ausdruck des Dharma zum Vorschein, indem sie sie in Begriffen ihres eigenen reichen kulturellen Erbes herauskristallisierten.

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Was hat der Buddha wirklich gesagt und gelehrt?

Erkenntnismöglichkeiten und ihre Grenzen aus wissenschftlicher Sicht

Michael Radich

Die Frage nach dem “wahren” historischen Kern der Lehrreden von Siddhartha Gautama, dem hsitorischen Buddha, beschäftigte schon Generationen von Wissenschaftlern und Praktzierenden. Auch der säkulare Buddhismus setzt sich mit dieser Frage intensiv auseinander, vor allem in Bezug auf die ältesten Schriften, den Palikanon.

Zu dieser Frage hat die Buddhologie als wissenschaftliche Disziplin im Laufe der Zeit verschiedene philologische Ansätze entwickelt, um der Antwort näher zu kommen.

Micheal Radich beschreibt, wie schwierig es ist, sich dem Kern der buddhistischen Lehre zu nähern und weshalb die Antwort möglicherweise nie gefunden wird.

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Die Suche nach einem „Buddhismus im Westen“ als postkoloniales Projekt

Ursula Baatz

 

Der Buddhismus hat eine über 2.500 Jahre alte Geschichte und ist gleichzeitig als Weltreligion ein noch recht junges Phänomen. Die Philosophin Ursula Baatz zeigt auf, wie es im Rahmen des westlichen Kolonialismus zu bedeutsamen Neuinterpretationen buddhistischer Traditionen kam. Sich dieses Erbes bewusst zu sein ist ein wichtiger Schritt bei der Inkulturation des Buddhismus im Westen.

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„Es ist ein Riss in allen Dingen, so kommt das Licht hinein“

Die Krise buddhistischer Institutionen und Gemeinschaften als Chance

Ursula Richard

 

Kann die gegenwärtige Krise buddhistischer Institutionen und Gemeinschaften zu einer heilsamen Ent-Täuschung von Buddhistinnen und Buddhisten führen?. Wir haben uns getäuscht, nicht klar gesehen, haben vielfach das gesehen, was wir vielleicht sehen wollten, was mehr unsere romantischen Ideale wiederspiegelte als die Wirklichkeit.

Ursula Richard geht der Frage nach, ob vielleicht Verbundenheit vor allem als Verbundenheit mit mir Ähnlichem, mir Angenehmem verstanden wird, und dass deshalb Verschiedenheit oder Andersheit wenig wertgeschätzt oder als Bereicherung empfunden, sondern eher als Bedrohung wahrgenommen wird.

Ohne die Wertschätzung von Andersheit nimmt man sich, auch im spirituellen Bereich, die Möglichkeit, von anderen zu lernen, und die blinden Flecken und Unvollkommenheiten des eigenen Glaubenssystems bleiben einem verborgen.

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Ethik und Buddhismus

 

Sylvia Wetzel

Im Buddhismus geht es nicht um eine letztendliche Begründung von Ethik, also um die Frage, ob der Mensch gut oder böse ist, sondern darum, ob wir es uns und anderen zutrauen, unheilsame Einstellungen und Verhaltensweisen zu erkennen und abzubauen und heilsame Fähigkeiten zu entwickeln und ethisch zu handeln. Für unser Zusammenleben auf allen Ebenen – privat und politisch, in Beruf und Gesellschaft – ist der wertschätzende Austausch und die achtsame Rede und der gegenseitige Respekt von zentraler Bedeutung. Das wird möglich auf der Grundlage einer praktischen Ethik, mit der wir uns bemühen, nach Möglichkeit niemanden zu verletzen. Je mehr wir uns mit dieser Sicht vertraut machen und uns von ihr leiten lassen, desto mehr kann sie unser Verhalten im Denken, Reden und Tun, in Gedanken, Worten und Werken heilsam beeinflussen.

 

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