Essays zum säkularen Buddhismus

Säkularer Buddhismus

Stephen Batchelor, 2012

 

Der Begriff säkularer Buddhismus wurde vor allem durch den ehemaligen buddhistischen Mönch und Autor Stephen Batchelor in den letzten Jahrzehnten entwickelt und geprägt. Die bisher umfassendste Herleitung und Darstellung der Idee erfolgte 2015 in seinem Buch „After Buddhism“ (in Deutsch „Jenseits des Buddhismus“).

Säkularer Buddhismus ist weder eine moderne Erfindung noch die Glaubenslehre eines buddhistischen Lehrers.

Säkularer Buddhismus ist der Versuch, mit den Werkzeugen der Geschichts- und Sprachwissenschaften, die Aussagen des historischen Buddha (Gautama) aus den ältesten zugänglichen Quellen korrekt zu übersetzen und herauszuarbeiten, insbesondere aus dem Pali-Kanon.

Es ist der Versuch, die Gedanken und Erkenntnisse des historischen Buddha, Siddharta Gautama, ans Licht zu bringen, die dem religiösen, politischen und kulturellen Leben zu Buddhas Zeit entgegenliefen oder radikal neu waren. Solche Aussagen sind mit einer grösseren Wahrscheinlichkeit dem Buddha zuzuordnen als Aussagen, die von Schülern Jahrhunderte nach seinem Tod dem Buddha zugeschrieben und verschriftlicht wurden.

Auf diese Weise zeigt sich ohne fremdes Zutun oder Ergänzungen Gautamas Lehre klar und für jeden verständlich. Sie ist soweit wie möglich frei von späteren Ergänzungen und Verzerrungen, die von den verschiedenen buddhistischen Schulen vorgenommen wurden.

Säkularer Buddhismus gibt unter Berücksichtigung unserer heutigen Lebenssituation den Blick direkt frei auf die Möglichkeit, Buddhas Grundgedanken auf ihre Wirksamkeit im eigenen Leben zu überprüfen, ohne etwas glauben zu müssen. (Diese Einleitung Jochen Weber, Buddha-Stiftung).

Hier den gesamten Essay lesen >

Ethik im Buddhismus

Sylvia Wetzel, November 2018

 

Von der Autorin überarbeitete Fassung eines Vortrags und eines Workshops mit Sylvia Wetzel am 19.10.2018 auf dem 2. Heidelberger Symposium der Buddha-Stiftung zum Thema „Säkularer Buddhismus als Basis einer ethischen Lebenspraxis“ im Internationalen Wissenschaftsforum (IWF) der Universität Heidelberg.

Im Buddhismus geht es nicht um eine letztendliche Begründung von Ethik, also um die Frage, ob der Mensch gut oder böse ist, sondern darum, ob wir es uns und anderen zutrauen, unheilsame Einstellungen und Verhaltensweisen zu erkennen und abzubauen und heilsame Fähigkeiten zu entwickeln und ethisch zu handeln. Für unser Zusammenleben auf allen Ebenen – privat und politisch, in Beruf und Gesellschaft – ist der wertschätzende Austausch und die achtsame Rede und der gegenseitige Respekt von zentraler Bedeutung. Das wird möglich auf der Grundlage einer praktischen Ethik, mit der wir uns bemühen, nach Möglichkeit niemanden zu verletzen. Je mehr wir uns mit dieser Sicht vertraut machen und uns von ihr leiten lassen, desto mehr kann sie unser Verhalten im Denken, Reden und Tun, in Gedanken, Worten und Werken heilsam beeinflussen…

Hier den gesamten Essay lesen >