Was ist säkularer Buddhismus?

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Säkularer Buddhismus bezeichnet eine westliche Form des Buddhismus. Der Begriff wurde v.a. von Stephen Batchelor definiert. Der säkulare Buddhismus stützt sich auf die frühen Aussagen des Siddhartha Gautama (der historische Buddhe) im Pali-Kanon.

Der säkulare Buddhismus unterscheidet sich von den bisherigen Traditionen des Buddhismus hauptsächlich dadurch, dass

  • auf transzendente Glaubensinhalte verzichtet wird. Dazu gehören z.B.  Wiedergeburt, Karma in Bezug auf die Wiedergeburt, oder behauptete Wahrheiten, die ausserhalb unserer eigenen Erkenntnismöglichkeiten liegen. Diese Inhalte werden als historische Anpassung der ursprünglichen Lehrinhalte (Dharma) an die jeweilige Kultur aufgefasst, z.B. die Wiedergeburt im indischen Kulturkreis.
  • er auf Dogmen verzichtet, also Inhalte, die es zu glauben gilt. Es wird betont, dass es ausreichen muss, die zentralen Inhalte des Dharma durch Übungspraxis, persönliche Erfahrung und Vernunft zu bestätigen oder zu verwerfen. Insofern hat säkular die Bedeutung, für unsere jetzige, weitgehend säkularisierte Zeit den Dharma adäquat zu vermitteln.
  • es deshalb auch keines Lehrers bedarf, dem besondere Eigenschaften innewohnen (z.B. Erleuchtung). Unabhängig davon ist ein Lehrer hilfreich, der Inhalte und Praxis vermitteln und unterstützen kann im Sinne eines Trainings bzw. Empowerments.
  • es keine Lehrer-SchülerInnen-Hierarchie gibt oder eine Mönch/Nonne-Laien-Hierarchie wie in anderen buddhistischen Traditionen
  • er keinen Mönchs/Nonnen-Orden hat
  • er jedem Menschen die Fähigkeit zuspricht, Buddhas Weg vollumfänglich zu verwirklichen, egal ob Mönch/Nonne oder Laien
  • er andere Traditionen anerkennt, ohne für sich selbst eine Deutungshoheit zu beanspruchen
  • er in diesem Sinne offen, undogmatisch lebensnah und und pluralistisch ist.

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