Kalama-Sutta

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„Es kommen da, o Herr, einige Asketen und Brahmanen nach Kesaputta; die lassen bloß ihren eigenen Glauben leuchten und glänzen, den Glauben anderer aber beschimpfen, schmähen, verachten und verwerfen sie. Wieder andere Asketen und Brahmanen kommen nach Kesaputta, und auch diese lassen bloß ihren eigenen Glauben leuchten und glänzen, und den Glauben anderer beschimpfen, schmähen, verachten und verwerfen sie. Da sind wir denn, o Herr, im Unklaren, sind im Zweifel, wer wohl von diesen Asketen und Brahmanen Wahres, und wer Falsches lehrt.“ – „Recht habt ihr, Kalamer, dass ihr da im Unklaren seid und Zweifel hegt. In einer Sache, bei der man wirklich im Unklaren sein kann, ist euch Zweifel aufgestiegen.  Geht, Kalamer, nicht nach Hörensagen, nicht nach Überlieferungen,  nicht nach Tagesmeinungen, nicht nach der Autorität  heiliger Schriften, nicht nach bloßen Vernunftsgründen und  logischen Schlüssen, nicht nach erdachten Theorien und  bevorzugten Meinungen, nicht nach dem Eindruck persönlicher  Vorzüge, nicht nach der Autorität eines Meisters! Wenn ihr aber, Kalamer, selber erkennt: Diese Dinge sind unheilsam, sind verwerflich, werden von Verständigen getadelt, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Unheil und Leiden‘, dann o Kalamer, möget ihr sie aufgeben.“

(Kalama Sutta, Anguttara Nikara, 3-66)

Siehe auch Stephen Batchelor, Jenseits des Buddhismus S. 41-43