Die fünf Hindernisse sind störende Tendenzen und Zustände, denen wir sowohl beim Meditieren als auch im aktiven Leben begegnen. Sie sind wie eine innere Verspannung, die eine flexiblere und umfassendere Perspektive verhindert. Sie sind nicht an sich ‘schlecht’ und müssen nicht durch einen Willensakt ‘besiegt’ werden, sondern sind das Resultat unserer Gewohnheiten und automatischen Reaktionen. Damit zeigen sie mit welchen Gewohnheiten und Reaktionen wir uns auseinandersetzen können. Wenn eines oder mehrere dieser Hindernisse in der Meditation oder im Alltag auftauchen, beobachten wir was passiert, lenken unsere Aufmerksamkeit darauf und können es benennen.
Die fünf Hindernisse sind:
Verlangen nach Sinneskontakt
Wir haben fünf körperliche Sinnesorgane (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tastsinn) und den Geist, das Bewusstsein, der im Buddhismus als ein weiterer Sinn gilt. Diese sechs Sinne werden im Alltag ständig stimuliert. Wenn während der Meditation diese Dauerstimulation unterbrochen wird, entsteht Verlangen nach Sinneskontakt.
Abneigung und Trägheit
“Negative” Reaktionen jeglicher Art: Hass, Zorn, Lustlosigkeit, Langeweile… Alle starken Emotionen bzw. Reaktionen gegen das, was ist.
Mattheit und Erstarrung
Ohne Energie oder Schläfrigkeit bei der Meditation, Trägheit des Geistes.
Unruhe und Sorge
Beim Sitzen in der Meditation meldet sich die Unruhe und Rastlosigkeit und verlangt Bewegung und Aktion. Auch Sorgen aller Art, Ängste in Bezug auf die Zukunft oder der Drang sich ständig zu vergleichen wollen können ein Hindernis darstellen.
Zweifel
Zweifel während der Meditation, an der “Meditationstechnik”, dem Nutzen der Meditation überhaupt, den Lehrenden, den Umständen, und natürlich an sich selbst sind nichts Ungewöhnliches. Es sind starke Strategien eines ungezähmten Geistes gegen die transformative Kraft der reinen Beobachtung.