Der Begriff Dharma (Dhamma in Pali, wörtlich “das Tragende”)  bezeichnet im säkularen Buddhismus Buddhas Lehre, die er in seiner allerersten Lehrrede darlegte, dem “Das Drehen des Dharma-Rades” (Dhammacakkapavattana Sutta). Es enthält alle zentralen Elemente seiner universellen Lehre, wie den Mittleren Weg, die Vier Aufgaben (tradit. Vier Wahrheiten), den Achtgliedrigen Pfad und die Merkmale der Existenz (Vergänglichkeit / anicca, Leiden / dukkha, Substanzlosigkeit / anatta).

Es gibt zwei Arten von Dharma: das, was gelesen oder gehört werden kann – von Mensch zu Mensch weitergegeben – und das, was im eigenen Leben geübt und verwirklicht wird. Realisiertes Dharma ist Dharma, das durch die eigene Praxis der Vier Aufgaben erfahren wird und sich im eigenen Leben kreativ realisiert.

Darüber hinaus ist der Dharma ein Teil der drei wertvollen Dinge für das Leben (“Drei Juwelen”), neben der Sangha und dem Buddha selbst. Buddha ist hier nicht als Person, sondern als Vorbild und Rollenmodell für ein authentisches und ethisches Leben zu verstehen.

In einem weiteren Sinn bezeichnet Dharma die Gesamtheit aller buddhistischen Schriften und Gedanken, die seit über 2500 Jahren bis heute ununterbrochenen persönlich überliefert wurden. Dies reicht von den zeitgenössischen buddhistischen Interpretationen bis hin zu den traditionellen, ursprünglichen Lehren, wie z.B. die Sutras im Palikanon. Der Dharma ist somit das gesamte gesprochene Wort und der geschriebene Text, der über die Generationen hinweg weitergegeben wurde und wird. Heutzutage gibt es viele Quellen für den Dharma: Webseiten wie diese, Bücher, Videos und aufgezeichnete Dharma-Gespräche. Die Verbreitung des Buddhismus im Westen in Verbindung mit modernen Kommunikationstechnologien hat eine noch nie dagewesene Verfügbarkeit des Dharmas geschaffen.

In der Vipassana- bzw. Achtsamkeitsmeditation sind die Dhammas die vierte Säule der Achtsamkeit, wie im Satipatthana-Sutta eingehend dargestellt wird. In Zusammenhang mit der Vipassana-Meditation bezeichnen die Dhammas alles, was in der Meditation zu einem Objekt des Geistes oder einer Sinneswahrnehmung wird, v.a. bestimmte mentale Eigenschaften bzw. Kategorien der Erfahrung  (Hindernisse, Kategorien der geistigen Erfahrung, die Sinnesbereiche und die Vier Aufgaben).

Traditionelle Buddhisten benützen den Begriff auch im Sinne einer verkündeten Wahrheit, dem “Daseinsgesetz”.

Darüber hinaus hat Dharma noch zahlreiche weitere Bedeutungen im Palikanon.