Was ist säkularer Buddhismus?

Von Buddha-Stiftung

Veröffentlicht 30. Dezember 2018

Säkularer Buddhismus bezeichnet eine westliche Form des Buddhismus. Der Begriff wurde v.a. von Stephen Batchelor geprägt.
Der säkulare Buddhismus stützt sich auf die frühen Aussagen des Siddhartha Gautama (der historische Buddha) im Pali-Kanon, den ältesten Niederschriften der buddhistischen Lehre.

Der Unterschied des säkularen Buddhismus zu den traditionellen Formen

Der säkulare Buddhismus unterscheidet sich von den bisherigen Traditionen des Buddhismus hauptsächlich dadurch, dass

  • auf transzendente (jenseitige) Glaubensinhalte verzichtet wird. Dazu gehören z.B.  Wiedergeburt, Karma in Bezug auf die Wiedergeburt, oder behauptete Wahrheiten, die ausserhalb unserer eigenen Erkenntnismöglichkeiten liegen. Diese Inhalte werden als historische Anpassung der ursprünglichen buddhistischen Lehrinhalte (Dharma) an die jeweilige Kultur aufgefasst, z.B. die Wiedergeburt im indischen Kulturkreis.
  • er auf Dogmen verzichtet, also Inhalte, die es zu glauben gilt. Es wird betont, dass es ausreichen muss, die zentralen Inhalte des Dharma durch Übungspraxis, persönliche Erfahrung und Vernunft zu bestätigen oder zu verwerfen. Insofern hat säkular die Bedeutung, für unsere jetzige, weitgehend säkularisierte Zeit den Dharma adäquat zu vermitteln.
  • es deshalb auch keines Lehrers bedarf, dem besondere Eigenschaften innewohnen (z.B. Erleuchtung). Unabhängig davon ist ein Lehrer hilfreich, der Inhalte und Praxis des Dharma vermitteln und unterstützen kann im Sinne eines Trainings bzw. Empowerments.
  • es keine Lehrer-SchülerInnen-Hierarchie gibt oder eine Mönch/Nonne-Laien-Hierarchie wie in anderen buddhistischen Traditionen
  • er keinen Mönchs/Nonnen-Orden hat
  • er jedem Menschen die Fähigkeit zuspricht, Buddhas Weg vollumfänglich zu verwirklichen, egal ob Mönch/Nonne oder Laien
  • er andere Traditionen anerkennt, ohne für sich selbst eine Deutungshoheit zu beanspruchen
  • er in diesem Sinne offen, undogmatisch lebensnah und und pluralistisch ist.

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Weniger Buddhismus – mehr Praxis

Buddhismus ist ein geschichtlich neuer Begriff, der von westlichen Forschern geprägt wurde. Traditionell haben sich Menschen, die Buddhas Lehre praktizierten nie als Buddhisten bezeichnet, sondern als Dharma-Praktizierende.
In diesem Sinn ist es treffender und hilfreicher von einem säkularen Dharma statt von einem säkularen Buddhismus zu sprechen.

Dies spiegelt sich auch wieder in den 10 Thesen zum säkularen Dharma, die die Zielrichtung eines Lebens skizzieren, das sich am säkularen Dharma ausrichtet.

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